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Pflanzenheilkunde Aktuell

Nr.Name
1

Pflanze des Monats August: Weißdorn

Synonyme…
Hagäpfli, Haakäsen, Hagedorn, Hägele, Heckendorn, Wibelken, Zaundorn, Hagewiepkes, Mehlbeeren, Wubbelken, Roter Hahn…

Allgemeines…
Der meist mittelgroße Strauch kann an für ihn günstigen Plätzen zu einem 5 m hohen, knorrigen, astreichen Baum heranwachsen. Seine Zweige haben bis zu 1,5 cm lange Dornen. Die Blätter sind dunkelgrün glänzend, an der Unterseite hellbläulich, sie erinnern an Eichenblätter. Die Blüten wachsen weiß und in Doldentrauben an den Spitzen der Zweige. Die Früchte sind scharlach- bis blutrot mit einem gelblichen Fleisch und ein oder zwei, selten drei Kernen. Seine Blütezeit ist Mai bis Juni, die Fruchtreife beginnt September bis Oktober. Der Strauch oder Baum hat einen etwas nach Bittermandeln duftenden Geruch.
In der Volksheilkunde werden die Blätter von Mai bis Mitte Juli gesammelt und im Schatten getrocknet.
Die Früchte können ab Mitte September und im Oktober gesammelt werden. Beim Trocknen sollten sie nicht aufeinander liegen, zuerst auf Papier, später dann kann man sie sehr vorsichtig im Backrohr nachtrocknen.

Man kann ihn in ganz Europa finden. Er steht in lichten Au-, Laub- oder Nadelwäldern, oft am Rande der Schonungen. Gerne auch an Gartenzäunen als Hecke, er eignet sich zur Umfriedung von Weiden, Gärten und Grasland. Er gedeiht sehr gut auf Lehmböden, Kalkboden liebt er nicht besonders.

Arzneidroge…
Die Früchte schmecken mehlig, der Geschmack ist etwas säuerlich, die Blüten riechen etwas eigenartig, bittermandelartig.
Man verwendet Blätter mit Blüten und / oder Früchte als Zubereitungen in wirksamer Dosierung.

Dosierung…
Die Mindest- Tagesdosis sollte 5 mg Flavonoide (berechnet als Hyperosid nach DAB 9) oder 10 mg Gesamtflavonoide (bestimmt als Gesamtphenole, berechnet als Hyperosid) oder 5 mg oligomere Pro-cyanidine (berechnet als Epicatechin), enthalten.

Inhaltstoffe und Wirkung…
Wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe sind Flavonoide wie Hyperosid, Rutin, Flavonglykosylverbindun-gen, oligomere Procyanidine, Epicatechin, Trimethylamin, Oxyacanthin… ist in Blättern und Blüten enthalten.
In den Früchten sind ätherisches Öl, Gerbstoff, Saponine, Crataegussäure, Aluminium, Kalium, Natrium, Kalzium…, enthalten.

In der Monographie finden sich die Aussagen: positiv inotrop, positiv chronotrop, negativ bathmotrop und die Zunahme der Koronar- und Myokarddurchblutung.
Der Weißdorn kann daher bei nachlassender Leistungsfähigkeit des Herzens entsprechend Stadien I – II nach NYHA, dem noch nicht digitalisbedürftigem Altersherz und bei leicht bradykarden Herzrhythmus-störungen, empfohlen werden.

Volksmedizin…
Die ersten Berichte über die Blüten des Weißdorns stammen von Pestrus de Cvescentis, um 1305, er empfahl sie gegen Gicht. Der Leibarzt Heinrich IV. bereitete für seinen König einen Weißdornfrüchtesirup.
Man verordnete ihn bei hitzigem Fieber, entzündlichem Geblüt, erhitzter Leber, Bauchfluss, Seitenstechen, Koliken, Nierensteinen und er sollte Lust zum Essen machen.
Äußerlich wurde er gegen Mundfäule, als zahnfleischstärkendes Mittel, gegen Halsgebrechen und als kühlendes Lebermittel verordnet…

In der Volksheilkunde kennt man seine Anwendung bei Herzbeschwerden. Im 19. Jhd. wird er von französischen und englischen Ärzten erstmals untersucht und in seiner Wirkung bestätigt.
Er wird als Kardiakum bei beginnender Myocardschwäche, besonders beim Altersherz und als ein Mittel zur Pflege der Gefäße empfohlen.
Man kennt ihn als Herztonikum und zur Kreislaufregulierung. Er soll ein hervorragender Blutdruckregler sein bei einem leicht zu hohen, als auch bei einem zu niedrigen, wie dies bei einem muskelschwachen Herzen der Fall ist, wo man noch ohne, oder zur Medikation des Arztes unterstützen kann.

Er gilt als bewährtes Altersmittel um Störungen im Klimakterium zu beseitigen, bei grippalen Infekten, Bronchitiden, auch als hustenlindernd wird der Blütentee empfohlen.
Warmfeuchte Umschläge mit Weißdorn wirkt auf Harnorgane beruhigend.

Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Kontraindikationen…
Da die Pflanze absolut ungiftig ist, löst der Weißdorn selbst bei langandauernder Gabe keine Nebenwir-kung aus.
Qualitätsanforderung der Weißdornblätter mit Blüten nach DAB 8, Weißdornbeeren DAC 1979.
Die Drogen sollten lichtgeschützt aufbewahrt werden.

Darreichungsform und Zubereitungen…
Als Tee, Tinktur, Extrakt, Pflanzenpresslingen, Dragees, Kapseln, Fluid, Fertigarzneimittel in Kombination.

Homöopathie…
Die Essenz ist in erster Linie ein mildes Herzmittel. Man empfiehlt es zur Stärkung und Entlastung von Herzschwäche, Altersherz, Fettherz, Herzmuskelschwäche, Arteriosklerose und nach Infektionskrankhei-ten. Nebenerscheinungen wie Ohrensausen, Schwindel und Schlaflosigkeit kann man hier homöopathisch unterstützen.

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2

Pflanze des Monats Juli: Der Knoblauch

Synonyme…
Knofel, Look, Kloflak, Knobel, Gruserich…

Allgemeines…
Der Knoblauch kommt ursprünglich aus Zentralasien über den Mittleren Osten in das Mittelmeergebiet zu uns. Er ist eine der „internationalsten“ Kulturpflanzen. Jedes Volk der Erde hat „seine“ Knoblauch-rezepte.
Er gehört zur Familie der Liliengewächse, wird bis zu 1 m hoch. Der Stängel wächst aus einer kleinen Hauptzwiebel, die von mehreren Nebenzwiebeln, den Knoblauchzehen, umgeben ist. Die Blüten sind röt-lich – weiß, in Doldenform mit weißer Blütenscheide und eirunden Brutzwiebeln. Knoblauch blüht im Juli und August, geerntet wird er im September.

Arzneidroge…
Man verwendet die frischen, oder schonend getrockneten Sprosszwiebeln von Allium sativum L. zu Zubereitungen in wirksamer Dosierung.
Der Geruch ist eigenartig, alle kennen ihn. Der Geschmack süßlich, beißend und würzig.

Dosierung…
Man empfiehlt in der mittleren Tagesdosis 4,0 g frische Knoblauchzwiebel, den Zubereitungen ent-sprechend.

Inhaltstoffe und Wirkung…
Die Wirkung des Knoblauchs beruht hauptsächlich auf drei organischen Inhaltsstoffen, die im Saft der Zwiebeln enthalten ist. Es ist das Alliin und dessen Abbauprodukte. Das ätherische, schwefelhaltige Öl,
eine pflanzliche Jodverbindung in reichlicher Menge und ein geringerer Anteil an organische Kieselsäure,
Allicin, Stickstoffverbindungen, pflanzliches Fett, inulinartige Polyosen…

In der Monographie wird er als antibakteriell, antimykotisch, lipidsenkend, zur Hemmung der Thrombo-zytenaggregation, Verlängerung der Blutungs- und Gerinnungszeit und zur Steigerung der fibrinolytischen Aktivität, beschrieben.
So wird er empfohlen zur Unterstützung diätetischer Maßnahmen bei einer Erhöhung der Blutfettwerte und zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßerkrankungen.

Volksmedizin…
Schon beim Bau der großen Cheopspyramide wurden für die Arbeiter Zwiebel-, Rettich- und Knoblauch-kost um 1 600 Silbertalente aufgewendet, nur um die Leute gesund zu erhalten…
Im Sanskrit der alten Inder, der Bibel, bei Homer… alle schrieben schon über Knoblauch…
Ein Sprichwort am Balkan besagt… „wer krank und schwach an den Augen ist, der esse durch 40 Tage täglich eine Zehe Knoblauch. Es werden die Augen so erstarken, dass man alle Sterne am Himmel wird zählen können…“

So empfahl man ihn früher innerlich bei kaltem Magen, er eröffnet Verstopfung, verteilt die Bläst, verzehrt die Feuchtigkeit innen und außen, tötet die Würm im Leibe, macht eine helle Stimme, sei gegen alten Husten gut und verbessere den Schlaf. Er hält „Darmgericht“…, hilft gegen Wassersucht und Lendenstein, treibt den Harn und die Weiberzeit, ist gut gegen die gelbe Haut nach einer Gelbsucht, in Zeiten der Pest war er sehr wichtig… Man sagte aber auch… „zuviel Knoblauch gegessen macht Kopfweh und unreines Geblüt.
Äußerlich soll er Geschwüre erweichen, Läuse und Nissen töten, gegen Flecken im Angesicht gut sein, gegen Ohrenweh und rheumatischer Taubheit gut sein, auch gegen Zahnweh und Fallsucht empfahl man ihn.
Noch heute nimmt man ihn zur Unterstützung und Entlastung bei Gastro- und Enteropathien, denn er ist ein Bakterio- und Mykostatikum mit antidyspeptischer Wirkung bei akuten und chronischen Magen- und Darmkatarrhen. Er hilft bei Meteorismus und Flatulenzen, ist gut gegen Obstipation, Arteriosklerose und Hypertonie, Hypercholesterinämie, Bronchistis, Rheuma, Nephritis, ist eine Prophylaxe gegen Grippe…

Am beliebtesten in der Volksmedizin ist die Knoblauchtinktur…

Nebenwirkungen…
Manchmal kann es zu Magen- Darmbeschwerden oder allergischen Reaktionen kommen.
Hinweisen sollte man auf Veränderungen des Geruchs von Haut und Atemluft.

Wechselwirkungen…
Es sind hier keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen
Knoblauchsaft, Knoblauchdragees, Knoblauchkapseln, Knoblauch-Mistel-Weißdorn Präparate, als Gewürz…
und vor allem als frische Knoblauchzwiebel für die Küche…

Homöopathie…
Die homöopathischen Essenzen und ihre Verdünnungen werden hauptsächlich als Brust-, Magen- und Darmmittel eingenommen.

Tiermedizin…
Hier gelten dieselben Aussagen wie in der Homöopathie.

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3

Pflanze des Monats Juni: Die Mistel

Synonyme…
Donarbesen, Mispel, Birnäspel, Drudenfuß, Vogelkraut, Affalter, Albranken, Hexenchrut, Vogelmistel, Bocksfutter, Wintersamen, Kenster, Nistel, Heil aller Schäden, Wintergrün, Klüster, Offölterholz, Hexenest, Hexenbesen, Heiligkreuzholz…

Allgemeines…
Es gibt viele Bäume auf denen wir Misteln als „Halbschmarotzer“ vorfinden können. Die Mistel zeigt sich als kleiner kugeliger Strauch, der bis zu 1 m Durchmesser kommen kann. Wir finden sie in Europa, Asien und Nordafrika mit einem Aussehen, welches der bekannten Art nicht mehr ähnlich ist. Unsere Misteln findet man auf Laubbäumen und Kiefern.
Die Blätter sind gelbgrün und lederartig, zungenförmig. Die Blüten sind eingeschlechtlich und zweihäusig, in Trugdolden angeordnet. Der klebrige Samen der weißen Beerenfrüchte wird durch Vögel, vor allem der Misteldrossel verbreitet.
Gesammelt werden die kleineren Zweige mit den Blättern von Oktober bis Mitte Dezember und von März bis April. Die Beeren, die man in der Volksheilkunde manchmal verwendet, werden von November bis Februar gesammelt.

Arzneidroge…
Es werden die frischen oder getrockneten jüngeren Zweige mit den Blättern, den Blüten und den Beeren für die Zubereitungen in wirksamer Dosierung verwendet.
Die Blätter riechen frisch etwas eigenartig, in getrocknetem Zustand sind sie geruchlos. Der Geschmack der Blätter und Beeren ist säuerlich, dann bitter und etwas scharf, je nach dem Standort der Mistel.

Dosierung…
Je nach Angabe des Produktes und des Herstellers…

Inhaltstoffe und Wirkung…
In der Monographie finden sich dazu keine Angaben.
Einige Forscher befassen sich mit den Misteln, trotzdem sind ihnen aber immer noch nicht alle Heil- und Wirkstoffe bekannt, bzw. sind sie noch umstritten. Die bekanntesten sind wohl die Lektine, die wir aus der Misteltherapie kennen. Man weiß, dass die Mistel das Glycosid Viscalbin, Viscin, flüchtige Alkaloide, das harzartige Visciflavin, neben Cholin einen Cholinester, Vitamin C, Glucose, Inosit, ein saures und ein neutrales Saponin, Kalk, Phosphorsäure… und andere Stoffe enthält.

Die Mistel ist eine der interessantesten Heilpflanzen.
In der Monographie steht sie für…, zur Segmenttherapie bei degenerativ entzündlichen Gelenkerkran-kungen durch Auslösung kuti – visceraler Reflexe nach Setzen lokaler Entzündungen durch intrakutane Injektionen. In der Palliativtherapie wird sie im Sinne einer unspezifischen Reiztherapie bei malignen Tumoren verabreicht. Ein Hinweis findet sich für eine empfohlene Überprüfung hinsichtlich der blutdruck-senkenden Wirkung bei den milden Formen der Hypertonie.
Bei intrakutanen Injektionen entstehen lokale Entzündungen, die bis zur Nekrose gehen können.
Im Tierversuch ist sie zytostatisch und unspezifisch immunstimulierend…

Volksmedizin…
Das hohe Ansehen, welches der Mistel im Mittelalter entgegengebracht wurde, war ein Rest überlieferten Wissens der nordischen Mythologie. Auch von Theophrast, Dioskurides und anderen antiken Ärzten wurde sie erwähnt.
Hier kennt man die Mistel in einem vielfältigen Bereich. Sie soll Arteriosklerose, Schwindel, Neuralgien, bei zu hohem Blutdruck vorbeugen und entlasten. Man kennt sie als Geriatricum, zur Stärkung des Herzmus-kels, als Antispasmodikum, bei Meno- und Metrorrhagie, Dysmenorrhoe, Fluor albus, Endometritis, Myome… Zur Entlastung von Varizen, Ulcus cruris, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, chronischer Gastritis, Enuresis…
Durch die Verbesserung der Blutkreislaufverhältnisse bei Frauen, hatte Pfarrer Kneipp Recht, wenn er die Mistel bestens empfahl. „… den Müttern kann ich die Mistel nicht genug an das Herz legen, sie mögen recht gute Bekanntschaft mit ihr machen“.

Viel früher noch, wurde sie innerlich bei Fallsucht, Schwindel, Migräne, Lungen-, Leber- und Milzsucht empfohlen. Man verordnete sie bei Blutspeien, Aussatz, als Geburtshilfemittel, bei Gicht und Spulwür-mern, Nachblutungen im Wochenbett…
Äußerlich empfahl man sie bei Geschwülsten hinter den Ohren, Ohrenschmerzen, Gebärmutterschmerzen, Gelbsucht, lahmen Gliedern und rauen Nägeln.

Nebenwirkungen…
In der Mistel - Therapie kann es zu Schüttelfrost, hohes Fieber, Kopfschmerzen, pektaginösen Beschwer-den, orthostatischen Kreislaufstörungen und allergischen Reaktionen kommen.

Gegenanzeigen…
Eiweiß – Überempfindlichkeit, chronisch progrediente Infektionen (z.B. Tbc…)

Wechselwirkungen…
Hier sind laut Monographie keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen…
Als Schnittdroge für Tee, Pulver, Frischpflanzenpresssaft, Fertigarzneimittel in Kombination…
In der Therapie zur Herstellungen von Injektionslösungen.

Homöopathie…
Die Essenz Viscum Dill D1 kennt man hier bei Schwindelanfällen und chronischen Magen- und Darmka-tarrhen.

Tierheilkunde…
Mistellaub ist ein sehr gesundes Futter für Schafe und Kühe, sie mögen es sehr. Bei den Kühen hebt sich nicht nur die Milchleistung, sie sehen auch gesünder aus. Man darf jedoch keine Beeren geben. Gegen die Unfruchtbarkeit weiblicher Haustiere sollte man kalt zubereiteten Misteltee geben, als täglichen Trank für zwei Wochen lang, man kann dies auch wiederholen.

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4

Pflanze des Monats Mai: Der Bärlauch

Synonyme...
Waldknoblauch, Hexenzwiefel, Judenzwiefel, Ramsen, Wurmlauch, wilder Knofel, Zigeunerlauch...

Allgemeines...
Er ist eine ausdauernde Pflanze die 20 - 25 cm hoch werden kann. Sie blüht mit einer reichblütigen Scheindolde mit weißer, sternenförmiger Blumenkrone. Seine Blütezeit ist Mai bis Juni. Er liebt humusreichen, feuchten, tiefgründigen Boden und ist meist in schattigen Laubwäldern anzutreffen.
Die Vermehrung erfolgt durch die in den Kapselfrüchten enthaltenen schwarzen Samen, welche meist die Ameisen verbreiten. Noch ehe man den Bärlauch im Wald sieht, riecht man ihn schon aus einiger Entfernung, denn ein starker knoblauchartiger Geruch kommt entgegen. Sein Geschmack ist schärfer und beißender als echter Knoblauch.
Die ganze Pflanze und die Zwiebelchen können gesammelt werden.

Gesunde Pflanzenteile...
Die frische Pflanze wird April und Mai gesammelt, die Zwiebelchen im Sommer und Herbst.
Trocknen kann man sie nicht, da die Inhaltsstoffe unwirksam werden. Will man die Zwiebelchen im trockenen Keller aufbewahren, trocknen diese rasch ein und werden unansehnlich.

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Der Bärlauch besitzt viel ätherisches Öl, einige Bestandteile davon sind Vinylsulfid, Vinylpolysulfide, außerdem noch Mineralstoffe, Schleim und Zucker...

Volksmedizin...
Schon den alten Römern war der Bärlauch bekannt...
Pfarrer Künzli schreibt über ihn... "Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch.Ewig kränkelnde Leute mit Flechten, Eißen und Ausschlägen versehen, die Srofulösen und die Bleichsüchtigen sollten den Bärlauch wie Gold verehren. Die jungen Leute werden aufblühen wie ein Rosenspalier und aufgehen wie die Tannenzapfen an der Sonne..."

Bei vielen Therapeuten ist er beliebter als Knoblauch, da er ein unverbrauchtes Naturprodukt, gegenüber echtem Knoblauch ist. Knoblauch, ein ebenso altes Kulturgewächs, soll durch die Kultivierung nicht mehr diese urwüchsige Heilkraft besitzen.

In der Volksheilkunde besitzt der Bärlauch hohes Ansehen.
Man kennt ihn zur Vorbeugung und hilfreiches Mittel bei Arteriosklerose, empfohlen wird er auch bei leicht erhöhtem Blutdruck, bei Madenwürmern und Leberleiden.
Er soll ein vorzügliches Mittel für den Magen und Darm sein. Man nimmt ihn als "Frühlingsmittel zur kurmäßigen Reinigung..."

Die Volksmedizin kennt den Bärlauch noch für Spülungen bei Weißfluss, auf schlecht heilende Wunden soll man auch den frischen Saft des Bärlauchs auflegen.
Er dient als Mittel zur Lungenpflege. Bei Lungenverschleimung älterer Leute, wenn nichts mehr hilft, soll sein Saft helfen, den zähen Schleim zum Auswurf zu bringen.

Magenempfindliche Personen sollten die Zwiebelchen des Bärlauch zerschneiden und in warmer Milch 2 - 3 Stunden ziehen lassen. Anschließend trinkt man die Milch schlückchenweise.

Nebenwirkungen...
Bärlauch wird oft von magenempfindlichen Personen schlecht vertragen.

Darreichungsform und Zubereitungen...
Als Frischpflanzenpresssaft, Granulat, Kapseln... in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien.
Für die Küche nimmt man die frische Pflanze für Suppen, Saucen, Pesto, Aufstriche...
Fertigprodukte gibt es im Naturkostladen, Reformhaus und im Lebensmittelhandel.
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5

Pflanze des Monats April: Die Birke

Synonyme...
Frühlingsbaum, Maibaum, Besenbaum, Rauhbirke, Saubirke, Warzenbirke, Hängebirke, Moorbirke...

Allgemeines...
Der Baum ist in Europa und in den gemäßigten Zonen Asiens bis Japan hin verbreitet. Die Bäume können bis 26m hoch werden. Ihre weiße Rinde kann man meist in waagrechten Streifen ablösen. Die Blätter der warzigen Birke sind kahl, die Blattnerven treten nicht stark über die Blattfläche hervor. Die der weichhaarigen Birke sind fein behaart und an der Unterseite sieht man deutlich hervortretende Blattnerven. Beide Arten wurden früher zusammengefasst als Betula pendula L.. Jetzt unterscheidet man Betula verrucosa Ehrh. oder als Synonym Betula pendula Roth. als Warzige Birke, Betula pubescens als die Weichhaarige Birke. Die Moorbirke oder Betula nana L. ist als Zwergbirke bekannt.
Sie stellen geringe Anforderungen an Boden und Klima. Auch gegen Frost und Dürreextreme sind die Birkenarten relativ unempfindlich.

Arzneidroge...
Die Blütezeit der Birke ist April bis Mai. Die Blätter haben einen feinen, schwachen Geruch, der Geschmack ist leicht bitter und etwas harzig.
Verwendet werden die getrockneten Blätter, sowie deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung.

Tee...
Als mittlere Tagesdosis ist laut Monographie 2,0 - 3,0 g Droge je nach Zubereitung empfohlen.

Inhaltstoffe und Wirkung...
Die Droge enthält mindestens 1,5 % Flavonoide, berechnet als Hyperosid und bezogen auf die getrocknete Droge. Man findet Gerbstoffe, ätherisches Öl, Saponine, Bitterstoffe, Mineralstoffe, etwas Vitamin C...
Laut Monographie wird sie beschrieben zur Durchspülung bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und bei Nierengrieß. Ebenso zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden.


Hier werden die Blätter, die Blattknospen, der Birkensaft und die Rinde genommen. Auch Birkenkohle und Birkenteer kennt man in der volksheilkundlichen Verwendung.
Die Blattknospen werden im März gesammelt, die Blätter ab Mai bis Mitte Juli. Für die Gewinnung von Birkensaft ist die erste Maihälfte die günstigste Zeit. Die der Rinde Mai bis Juni. Für die Teergewinnung (Oleum rusci), wird das Holz bei den üblichen Schlägereien der Bäume ausgesucht.

Sie wird als Diureticum und zur Entlastung von Ascites, Anasarka, Rheuma, Arthritis urica, Nephropathien, chronischer Nephritis, Schrumpfniere, Blasenentzündung und chronischem Blasenkatarrh, Magen- Darmkoliken, Cholelithiasis, Fußsohlen- und Fersenschmerz nach Gicht, Hauterkrankungen, chronischem Exanthem... geschätzt.
Zur "Blutreinigung" hat sie einen festen Platz als "Frühjahrskur"..., sagt man ihr doch eine stoffwechselanregende und tonisierende Wirkung nach. Die Birke soll die Müdigkeit vertreiben.
Schon früher hat man sie gekannt bei Nieren- und Blasenleiden, Wassersucht, Gicht, Rheuma, Gelbsucht, Bauchwürmern, Melancholie, Hautunreinheiten wie Krätze in der innerlichen Anwendung.
Äußerlich empfahl man sie früher bei Flecken, Mundfäule, Wunden, roten Augen und Flecken in den Augen.
Als Haarpflegemittel ist sie schon sehr lange bekannt.

Nebenwirkungen, Kontraindikationen...
Hier sind keine bekannt. Allerdings sollte der Hinweis gegeben werden... "Keine Durchspülungstherapie bei Ödeme infolge eingeschränkter Herz- und Nierentätigkeit."

Darreichungsform und Zubereitungen...
Als Tee, Tinktur, Extrakt, Pulver, Fertigarzneimittel in Kombinationen, Frischpflanzenpresssaft, Elixier, Haarpflegeprodukte...

Homöopathie...
Die Essenz Betula dil. D1 ist, 3 x 10 Tropfen täglich genommen, gegen alle oben genannten Beschwerden zur Unterstützung empfohlen.

Tiermedizin...
Der Birkenrindentee als Absud wird zur Wundreinigung bei Verletzungen der Haustiere genommen. Schlecht heilende Wunden erhalten entweder einen frischen Birkensaftumschlag, oder die Wunde wird mit Birkenteer behandelt.
Auch die Pferderäude wird mit Birkenteer versorgt, ebenso die Aktinomykose bei Rindern.
Birkenblätter und Birkenknospen werden im "Vorlauf" von Kornschnaps angesetzt und anschließend zu Einreibungen genommen, vor allem bei Gelenkschwellungen der Haustiere.

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6

Pflanze des Monats März: Die Brennessel

Synonyme…
Nessel, Hanfnessel, Saunessel, Donnernessel, Senznessel, Senznettl, Nettel…

Allgemeines…
Es gibt als Droge die große (Urtica dioica) Nessel, die bis zu 1,5 m hoch werden kann, oder die kleine (Urtica urens) Nessel die 30 – 60 cm hoch werden kann.
Brennesseln stehen immer dort, wo Menschen wohnen. Sie stehen in der Nähe von Häusern, Stallungen, an Zäunen und Hecken, im Garten, an Mauern, Wiesen, Schuttplätzen und an Waldrändern.
Der Boden auf dem sie stehen ist meist überdüngt.
Brennessel – Arten kommen in ganz Europa vor, denn sie sind Kosmopoliten.

Arzneidroge…
Die Blütezeit der Brennessel ist Juni bis September. Die Samenreife ist im Herbst.
Der Geruch der Brennessel ist eigenartig, aber nicht ausgesprochen unangenehm, ebenso der Geschmack.

Brennesselkraut: während der Blüte werden die oberirdischen Teile der Pflanze gesammelt und getrocknet. Die Droge wird für Tee und andere galenische Zubereitungen in wirksamer Dosierung verar-beitet.
Brennesselblätter: während der Blüte werden die frischen Blätter geerntet und getrocknet. Auch hier wird die Droge als Tee, oder zu anderen galenischen Zubereitungen aufbereitet.
Brennesselwurzeln: man verwendet die unteriridischen Teile, sowie Zubereitungen aus Brennesselwurzeln in wirksamer Dosierung.

Tee…
Das Brennesselkraut und die Blätter gibt man in mittlerer Tagesdosis von 8 – 12,0 g entsprechend der Zubereitung.
Die Brennesselwurzel empfiehlt man in mittlerer Tagesdosis von 4 – 6,0 g, der Zubereitung entsprechend.

Inhaltstoffe und Wirkung…
Blätter und Kraut der Brennessel enthalten Mineralsalze, vor allem Kalzium- und Kaliumsalze, Eisen, Magnesium, Natrium, Phosphor und Kieselsäure.
Die Wurzeln der Brennessel enthalten 3 – Beta Sitosterin in freier, glykosidisch gebundener Form und Scopoletin.

In der Monographie werden das Kraut und die Blätter zur Durchspülungstherapie empfohlen.
Die Brennesselwurzel dient der Erhöhung des Miktionsvolumens und des maximalen Harnflusses, also zur Erniedrigung der Restharnmenge.

Volksmedizin…
Der römische Dichter Catull, 57 n.Chr., verherrlichte die Brennessel in einem Gedicht, nachdem sie seinen „tüchtigen Schnupfen und Husten“ heilte.
In der altgermanischen Mythologie war sie ein Symbol des Blitzgottes Donar, daher auch der Name Donnernessel. Im Volksglauben und Erzählungen spielt die „Nessel“ bis in unsere heutige Zeit immer noch ihre Rolle als Gewitterschutz, in Bergbauernhöfen legt man sie dazu ins Feuer…, schon im Altertum gab man den Liebestränken Brennesselsamen bei…, „wer heiß brennende Liebe im Herzen fühlt, soll die brennende Nessel tragen“ heißt es im altdeutschen Manuskript von der „Sprache der Blumen“ …

Die Brennessel zählt zu den bekanntesten „Blutreinigungsmitteln“ unter den Heilpflanzen.
Man kennt sie als altes Heilmittel zur Unterstützung bei Erkrankungen der Harnwege, Wassersucht, Nieren- und Harngrießleiden. Ihre Stuhlfördernde Wirkung bringt „verhockte“ Stoffe zum Abgang.



Der Stoffwechsel wird angeregt, die Blutarmut „behoben“, die Widerstandskraft gestärkt. Rheuma- und Gichtkranke brauchen diese segensreiche Pflanze, ebenso wie man sie zu den „Frühjahrskuren“ liebt.
Niedergeschlagenheit und Übermüdung verschwinden nach einer solchen Kur…, denn sie soll Leber-, Galle- und Milzerkrankungen, Verschleimung des Magens und der Atemwege, Magenkrämpfe, Darmleiden und Verdauungsstörungen gut tun.
Bei Lungenleiden soll man reichlich Honig zum Tee nehmen…
Laut Ebba Waerland ist die Brennessel ein wirksames Vorbeugungsmittel gegen die radioaktive Verseuchung der Luft, man soll fallweise täglich 3 – 4 Gläschen frischen Brennesselsaft zu sich nehmen…,
denn der Saft tut dem Blut gut, so soll die mitunter gefährliche Vermehrung der Leukocyten entgegenwirkt werden.
Man setzt in der Erfahrungsmedizin Brennesselschnaps an, als Brennesselspiritus kennen wir die Nessel für äußerliche Einreibungen, Waschungen und Auflagen bei Hautunreinheiten, Brennessel - Haarwasser und Shampoo…

Nebenwirkungen, Kontraindikationen… sind keine bekannt.
Cave! Keine Durchspülungstherapie bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit.

Bei Brennesselblättern kann es manchmal zu leichten Magen- und Darmbeschwerden kommen.
Diese Aussage trifft nicht auf das Brennesselkraut zu.

Darreichungsform und Zubereitungen… als Tee, Tinktur, Kapseln, Tabletten, Tonika, und Fertig-arzneimittel in Kombination, Kosmetika…

Homöopathie…
Zur Bereitung der Urtinktur wird die Urtica urens (kleine Brennessel) genommen.
In der entsprechenden Verdünnung kennt man sie bei Neigung zu Grieß-, Sand- und Steinbildung, rheumatischen Erkrankungen, Gicht, Harnblasenkatarrh, alle Arten von Harnwegserkrankungen, Bettnässen, Milzschwellungen und nach Infektionserkrankungen.
Bei hartnäckiger Verstopfung und chronischen Durchfällen, nesselsuchtartigen Ausschlägen, „scharfer“ Ausdünstung der Haut, starkem Schwitzen, zu starke oder zu schwache Menstruation, zum Abstillen und unterdrückter Milchsekretion.

Tiermedizin…
bei Koliken wird sie dem erkrankten Haustier gegeben.
Aus kleingeschnittenen Brennesselwurzeln, ausgelassen in Fett, kann man eine Salbe herstellen, mit der das Fell der Pferde bestrichen wird, dies verleiht dem Tier ein frisches und gesundes Aussehen.
Brennesselheu ist für die Kühe eines der gesündesten Futtermittel.

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7

Pflanze des Monats Februar: Der Ackerschachtelhalm

Synonyme
Zinnkraut, Fegekraut, Bandwisch, Katzenstiel, Katzenwedel, Kandelwisch, Kannenkraut, Pferdeschwanz, Schabrausch, Schaftheu, Schafheu, Schafstroh, Scheuergras, Zinngras, Zinnheu, Katzenzagel, Kuhtod, Schaftelen, Dubockkraut…

Allgemeines
Wir kennen es als blütenloses Unkraut. Es hat einen ausdauernden, schwarzen, schnurartigen Wurzel-stock, welcher sich breit und tief ausbreitet. Im Frühjahr sehen wir den einfach gegliederten, bleichen, später braun werdenden Fruchtstängel. Am oberen Ende steht der zapfenartige Fruchtstand, welcher die Sporen enthält. Die Sommerwedel sind gerippt, grün, sie haben quirliförmig gestellte Äste, die zur Spitze hin kleiner werden. Das Zinnkraut kann bis zu 50 cm hoch werden.
Die Pflanze liebt lehmige, feuchte Böden. Man findet sie an Gräben, Wiesenrändern, Böschungen und Ödland.
Beheimatet ist es in Europa, Nordasien, Nordafrika und Nordamerika. Es ist fast über die ganze nördliche Halbkugel verbreitet. Die Pflanze gilt als lebendes Fossil.

Arzneidroge
Die Sporenreifung ist März bis April.
Es werden die frischen oder getrockneten, grünen, sterilen Sprossen sowie die Zubereitungen in wirksamer Dosierung verwendet.
Das Kraut hat keinen besonderen Geruch. Der Geschmack ist schwach bitter und ein wenig salzig.

Innerlichen Einnahme: hier wird die zerkleinerte Droge für Infuse als auch andere galenische Zuberei-tungen verabreicht.
Äußere Anwendung: man bereitet aus der Droge Dekokte und andere galenische Zubereitungen.

Das Sumpfzinnkraut und Teichzinnkraut sind keine Heilpflanzen. Sie bewirken Brechreiz und in größeren Gaben lähmend.

Tee
Hier gilt für die mittlere Tagesdosis 6,0 g der Droge, den Zubereitungen entsprechend.

Umschläge
Für die äußerliche Anwendung nimmt man für einen Umschlag 10,0 g Droge auf 1 Liter Wasser.

Inhaltstoffe und Wirkung
Es ist die kieselsäurereichste Pflanze der Welt, enthält das Saponin Equisetonin, organische Säuren, Kalk-, Kalium und Natriumsalze, Eisen, Mangan und Magnesium und Flavonoide.
Es wurde das Alkaloid Equisetin nachgewiesen, welches durch einen auf der Pflanze wachsenden Pilz (Ustilago equiseti) ausgelöst wird. Allerdings befällt dieser Pilz erst im Spätsommer die Pflanze.

In der Monographie wird sie als schwach diuretisch beschrieben.
Indikation für die innerliche Anwendung ist das posttraumatische und statische Ödem, bakterielle und entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege und Nierengrieß.
Für die äußerliche Anwendung nennt man die unterstützende Behandlung bei schlecht heilenden Wunden.

Volksmedizin
Die Pflanze wird als Bindegewebs- und Stoffwechselmittel zur Unterstützung genommen.

Man kennt sie zur Blutreinigung, als unterstützendes Arzneikraut bei rheumatischen Erkrankungen, Gicht, chronischer Blasenreizung, Blasenentzündung, Harngrieß, Enuresis, Nephritis mit Albuminurie, Harnverhaltung, Blasenkrampf, Fluor, Entzündungen, Geschwüren, eiternden Wunden, Ulcus cruris.
Leberstauung und Milzschwellung, Asthma, Bronchitis und Diarrhoe werden entlastend unterstützt.
Gegen Schweißfüße und Frostbeulen nehme man ein Bad. Bei Lidrandentzündung und Gerstenkorn, Nagelbettentzündung haben sich Spülungen oder Auflagen bewährt.

Die Heilwirkungen waren schon im Altertum bekannt. Die Arzneipflanze war der „Pferdeschwanz“ des Dioskurides. Er gab sie seinen Patienten zur Blutstillung, als harntreibendes und hustenstillendes Mittel.

Nebenwirkungen, Kontraindikationen sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen als Tee, Tinktur, Tabletten, Fertigarzneimittel in Kombination, Frischpflanzenpresssaft.

Homöopathie
Die Essenz in ihren Verdünnungen nimmt man bei Blasenreizung mit anschließendem Bettnässen, krankhaften Harndrang, schleimigen Harn, Grieß, Sand und zur Pflege der Bronchien.

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8

Pflanze des Monats Januar: Der Huflattich

Synonyme…
Berglatschen, Brandlattich, Fohlenfuß, Bachblümlein, Hufblatt, Ohmblätter, Märzblume, Männerblume, Ladderblätter, Labassen, Hoflörrich, Sandblume, Hitzeblätter, Chappeler, Eselschrutt, Loambleamel, Rosshub, Sommertürl, Tabakkraut, Zeitrösele…

Allgemeines…
Seine leuchtendgelben, scheibenförmigen Blüten werden bis zu 15 cm hoch. Die Blütezeit ist Februar bis März, die Früchte tragen einen weißen Haarschopf. Seine Blätter sind grob gezähnt, an der Unterseite weiß – filzig und können handgroß werden. Er liebt feuchte Lehm- und Kalkböden, steht gerne auf Ödland, Eisenbahnböschungen, Ackerrändern und liebt die Sonne. Seine Heimat ist Europa, Nordafrika und Asien, in Nordamerika hat er eine neue Heimat gefunden. Er gehört zur Familie der Korbblütler. Interessant ist, dass es die einzige heimische Pflanze ist, welche auf reiner Braunkohle gedeiht.

Arzneidroge…
Man verwendet die frischen oder getrockneten Laubblätter. Sie werden im Mai und der ersten Junihälfte geerntet. In der Erfahrungsmedizin werden auch die Blüten im März und April gesammelt.
Die Blätter haben einen schwachen Geruch, der Geschmack ist zusammenziehend, etwas bitter und schleimig. Die Blüten duften schwach honigartig, haben aber den Geschmack der Blätter.

Tee…
Zur Tagesdosis werden 4,5 – 6,0 g Droge der Zubereitung entsprechend empfohlen.
Die Tagesdosis der Droge und von Teemischungen darf nicht mehr als 10 µ, die von Extrakten und Frischpflanzenpressaft nicht mehr als 1 µ Pyrrolizidinalkaloide enthalten.

Inhaltstoffe und Wirkung…
Die Blätter und Blüten enthalten Schleim und Gerbstoff, Bitterstoff und ätherisches Öl, Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium und Inulin…
Anmerkung: wechselnde Mengen von nicht nachweisbar bis 0,015 % an hepatotoxischen Pyrrolizidinalkaloiden mit einem 1,2 – ungesättigten Necingerüst und deren N – Oxide wie z.B. Tussilagin oder Senkirkin. In der Apotheke und im Reformhaus gibt es einen Anbieter mit sehr niedrigen Werten, daher bleibt dieser Tee und Presssaft auch frei verkäuflich.
Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da konkrete Verdachtsfälle nicht vorliegen.

Als Indikation findet man in der Monographie die Angaben… akute Katarrhe der Luftwege mit Husten und Heiserkeit, auch für akute leichte Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

Volksmedizin…
Hier kennt man ihn heute als entzündungshemmendes und schleimlösendes Mittel der Respirations-organe.
Tonika enthalten die Bitterstoffe, werden aber gerne bei Husten und Bronchitis mit festsitzendem Schleim und krampfartigen Reizzuständen der Luftwege, Heiserkeit, bei Keuchhusten, Asthma bronchiale und Lungenentzündung genommen. In der Erfahrungsheilkunde kennt man ihn auch bei Raucherhusten mit starker Verschleimung, einer leichten Gastritis als Magenmittel, bei Durchfall und Appetitlosigkeit.
Äußerlich: Er wird als Umschlag genommen bei leichten Entzündungen und Schwellungen. Man nimmt ihn für kosmetische Hautwaschungen, Haarwäschen und Packungen.
Naturärzte im Altertum bis zur Zeit Pfarrer Kneipp bekam der Huflattich immer Lob, da er gegen „wider alle Gebresten der Brust“ (Matthioli) half.
Man nahm ihn bei trockenem Husten, Engbrüstigkeit, Tbc, Lungenabszess und Katarrhen mit Schleim ein.
Huflattichblätter und –blüten wurden als blutreinigendes Mittel empfohlen. Die zerstoßenen frischen Blätter dienten als Absud für Umschläge bei Venenentzündungen und zur Beseitigung der Skrofulose. Man setzte ihn bei Fußgeschwüren mit „bösartigen Charakter“ ein.
Er wurde auch als kühlender Umschlag bei Fieber gegeben.



Nebenwirkungen, Interaktionen… sind keine bekannt.

Kontraindikationen…
Schwangerschaft und Stillzeit

Darreichungsform und Zubereitungen als Tee, Tonika, Fertigarzneimittel in Kombination, Frischpflanzen-presssaft.
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9

Pflanze des Monats Dezember: Die Gewürznelke

Synonyme...
Nagerl, Gewürznagerl...

Allgemeines...
Sie gehört zu den Myrtengewächsen. Ihr Baum kann bis zu 20 m hoch werden. Er ist immergrün und schlank. Seine Blüten sind weiß und stehen in endständigen, dreiteiligen Schirmrispen.
Den Baum findet man in Ostafrika, seine Heimat sind die Molukken, die Philippinen und Malaysia.

Arzneidroge...
Die Blütenknospen werden von Hand gepflückt und anschließend getrocknet.
Man verwendet das Gewürznelkenpulver, die zerkleinerte oder die ganze Droge zur Gewinnung des ätherischen Öls und für andere galenische Zubereitungen zur lokalen Anwendung.

Tee...
Wir kennen die Gewürznelke weniger als Arzneitee, aber als duftende, würzige Beigabe zu Weihnachtsteemischungen.

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Die getrocknete Gewürzdroge sollte einen Anteil an 14 % ätherischen Öls haben.
In der Monographie werden die Gewürznelken als antiseptisch, antiviral, antifungal, spasmolytisch und antiseptisch beschrieben. Auch die antibakterielle und lokalanästethische Wirkung in der Zahnheilkunde wird beschrieben.
Die Gewürznelken werden hier bei entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut und zur lokalen Schmerzstillung empfohlen. Es wird das unverdünnte ätherische Öl, oder für Mundwässer die 1 - 5 % ige Verdünnung zubereitet.

Volksheilkunde...
Hier kennen wir sie als Gewürz zur Weihnachtszeit und sie st auch aus der Küche nicht wegzudenken...
Denken wir an ein Kompott, einen Kuchen oder an einen selbst zubereiteten Glühwein mit seinem herrlichen Duft nach Zimt und Nelken...
Sie wird als Gewürz zu Fischgerichten und für Wildbeizen gebraucht. Kohlgemüse machen sie leichter verdaulich...

Man kennt sie zur Desinfektion im Hals- und Rachenraum, als Stomachikum und Karminativum. Auch in Tonika und Arzneiweinen ist sie zu finden.
Man sagt, die Gewürznelken stärken den Sinn und das Gedächtnis, sind gegen schlechten Atem gut und unterstützen
die "Hauptflüsse". Gegen Schwindel und Schlafsucht sollen sie auch helfen. Ebenso kennt man sie als Mittel zur Unterstützung bei Bauchgrimmen, Erbrechen und kaltem Magen.
Das ätherische Öl der Nelken nimt man gegen melancholisches Geblüt, Schwindel und "Blödigkeit" des Gesichts.
Es soll den Kopf, das Hirn und Herz stärken. Es tut bei allen Gebrechen des Magens gut und hilft Koliken vermeiden.

Nebenwirkungen, Kontraindikationen... sind nicht bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen...
In galenischen Zubereitungen, in Teemischungen, in Tonika und Gewürzweinen, als Gewürz ganz oder pulverisiert, in Gewürzmischungen, in Mundwässern...
Das ätherische Öl ist nicht nur bei Zahnschmerzen als leichtes Lokalanästhetikum zu empfehlen...
Es ist eine Bereicherung für die Weihnachtszeit, die süßen Leckereien und Spezereien brauchen ihre Nelken..., Duftlämpchen und Duftkissen, Gewürzsäckchen oder eine Gewürzmischung auf einen Teller und Orangen dazu...
Zum Jahreswechsel im Punsch, oder ein geschmorter Apfel mit Nüssen, Mandeln, Rumrosinen, Nelken und Zimt...

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10

Pflanze des Monats November: Die Melisse

Synonyme...
Bienenkraut, Bienensaug, Bienenfang, Darmgichtkraut, Englische Brennessel, Hasenohr, Herzbrot, Herztrost, Herzkraut, Frauenwohl, Immenblatt, Zitronenkraut, Ivenblatt, Limonikraut, Pfaffenkraut, Nervenkräutel, Spanischer Salbei, Wanzenkraut, Zahnwehkraut, ...

Allgemeines...
Die Heimat der Melisse ist das Mittelmeergebiet, Araber kultivierten sie in Spanien. Heute findet man sie bei uns in Bauerngärten und Hausgärten. Sie wird als Arzneipflanze in Kulturen angebaut. Die Melisse liebt einen nicht zu trockenen, sonnigen und windgeschützten Bereich, wo sie bis zu 70 cm hoch werden kann.
Melissenblätter sind an der Blattbasis abgerundet, die Blätter der Katzenminze sind herzförmig.

Arzneidroge...
Man kann die Pflanze zweimal im Jahr ernten, meist Juni und Mitte August, knapp vor und nach dem Erblühen, idealer-weise in den ersten Nachmittagsstunden.
Die Pflanze hat einen feinen, angenehmen, zitronenähnlichen Duft. Der Geschmack ist würzig.
Verwendet werden die frischen, getrockneten Blätter und deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung.

Tee...
1,5 g - 4,5 g Droge auf 1 Tasse Wasser als Infus, mehrmals täglich nach Bedarf.

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Bestandteile des ätherischen Öles sind Citronellal, Citral, Mono- und Sesquiterpene. Die Blätter enthalten Gerbstoffe, Triterpensäuren, Bitterstoffe und Flavonoide. Das reine ätherische Öl ist sehr schnell flüchtig und sehr teuer.
In der Monographie wird die Droge als beruhigend und karminativ beschrieben.
Zu Indikation stehen nervös bedingte Einschlafstörungen, funktionelle Magen- und Darmbeschwerden.

Volksmedizin...
Schon die Ärzte des Altertums und Naturforscher jener Zeit lobten die Melisse. So empfahl Plinius Secundus Melissensaft mit etwas Honig vermischt als bestes Heil- und Stärkungsmittel für die Augen. Hl. Hildegard beschrieb sie als " binsuga", Bienensaug. Bei Paracelsus ist sie die beste Pflanze für das Herz.
In der Erfahrungsmedizin kennt man sie innerlich zur Förderung der Verdauung, bei nervös - spastischen Gastroenteropathien, Brechreiz, leichten Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen und nervösen Herzbeschwerden...
Man sagt sie sei gut bei Schwäche- und Reizzuständen, sie ist ein Frauenkraut, auch eine blutreinigende Wirkung sagt man ihr nach.
Äußerlich verwendet man die Melisse für Bäder, Melissengeist kennt man als Einreibemittel oder für nass- kalte Um-schläge...

Homöopathie...
Über einen längeren Zeitraum als Melissa D1 genommen, soll sie gegen Nervenschwäche, geistige und körperliche Übermüdung, nervösen Herzbeschwerden, Schlaflosigkeit, Blähungen... gut sein.

Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Wechselwirkungen... sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen...
Als Tee, pulverisierte Droge, Flüssig- oder Trockenextrakte, als Frischpflanzensaft und andere galenische Zubereitungen.
Das ätherische Öl für Bäder, Kosmetika...

Tiermedizin...
Der Tee ist ein "Gesundheitstrank" für die Bienen, man stellt ihn in einer flachen Schüssel vor den Bienenstock.
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11

Pflanze des Monats Oktober: Thymian

Synonyme...
Spanisches Kuddelkraut, römischer oder welscher Quendel, Demut, Gartenthymian, Immenkraut, Chölm, Kunerle, Zimis...

Allgemeines...
Aus dem altägyptischen "tham" wurde griechisch "tymon", später lateinisch "thymus". Schon in alter Zeit kannte man eine thymianähnliche Pflanze, welche wegen des starken Aromas und der antiseptischen Wirkung Verwendung fand.
Im 11. Jhdt. wurde er bei uns durch Benediktinermönche eingeführt.
Die Heimat des Thymian sind die Mittelmeerländer und Nordamerika.Nördlich der Alpen wächst er nur einjährig. Als kleiner Strauch kann er bis zu 40 cm hoch werden. Der Boden muss gut und in frostfreier Lage sein. Er ist eine Gewürz-pflanze, bei uns eine Kulturpflanze, aber auch auf Felsheiden oder in immergrünen Buschwäldern zu finden.

Arzneidroge...
Gesammelt wird das blühende Kraut Mai bis September. Die Pflanze hat einen sehr würzigen Geruch, der Geschmack ist aromatisch, etwas kampferartig mit einem etwas bitteren Nachgeschmack.

Tee...
1 - 2,0 g Droge auf 1 Tasse Wasser überbrühen, nach Bedarf 2 - 3 x täglich trinken. (Rezepte...)

Bad...
Als Thymianölbad sehr beliebt, auch für Waschungen zu verwenden, gerade jetzt vor der beginnenden kalten Jahreszeit.

Umschläge...
Für Umschläge einen Aufguss verwenden, oder z.B. Retterspitz..., hier ist einer der Hauptwirkstoffe das Thymol...

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Das Kraut enthält laut Monographie mindestens 1,2 % ätherisches Öl, mindestens 0,5 % Phenole, berechnet als Thymol.
Ferner Saponine, Gerbstoff, Glycoside, Harz..., je nach Standort der Pflanze und dem Klima schwanken diese Inhaltsstoffe.
In der Wirkung wird sie in der Monographie als bronchospasmolytisch, expectorierend und antibakteriell beschrieben.
Daher wird sie empfohlen zur Unterstützung bei Symptomen einer Bronchitis, Keuchhusten und Katarrhen der oberen Luftwege.
Äußerlich wird das ätherische Thymianöl für Bäder, Einreibungen und Umschläge bei Rheumapatienten, Kontusionen oder Schwellungen und Verrenkungen zur Linderung empfohlen.

Volksmedizin...
Hier hat der Thymian eine lange Tradition. Da er zu den aromatischen Heilkräutern gehört, kennt man ihn hier für den Magen, Krämpfen und Koliken, Dyspepsien und nervöse Magenbeschwerden, hier soll er den Magen kräftigen. Er ist appetitanregend, daher ist er in der Küche ein beliebtes Würzkraut.
Bronchialkatarrh, Reizhusten, Krampfhusten, Lungenverschleimung und Fieber brauchen Thymian, so sagt man..., in früheren Zeiten gab man ihn schwachen Müttern. Er sei gut für traurige, unsinnige, melancholische Menschen...

Homöopathie...
Es wird eine Urtinktur aus der blühenden Pflanze hergestellt. Sie wird bei allen Erkrankungen der Luftwege und des Magen- und Darmtraktes empfohlen.

Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Kontraindikationen sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen...
Als Arzneipflanze, pulverisierte Droge, Frischpflanzensaft, Trocken- und Flüssigextrakt, Fluide, ätherisches Öl, zur inneren und äußeren Anwendung in verschiedenen galenischen Zubereitungen.
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12

Pflanze des Monats Sptember: Der schwarze Holunder

Synonyme...
Elderbaum, Alhorn, Eller, Flieder, Holder, Holler, Huskolder, Kisschke, Keilken, Schwitztee, Schwarzholder, Elhorn, Flier, Pisseke, Zibke

Allgemeines...
Der schwarze Holunder ist in Europa und Westasien beheimatet.
Er gehört zu den Caprifoliaceae, den Geißblattgewächsen, er kann 3 - 10 hoch werden. Man findet ihn an Waldrändern, sonnigen Waldschlägen, Bachufern, bei allen menschlichen Siedlungen und in naturbelassenen Gärten.
Durch seine anspruchslose Art findet man ihn auch auf Schuttplätzen.

Er zählt zu den ältesten Heilpflanzen, in der Mythologie spielt er eine große Rolle. Viele wunderwirkenden Kräfte werden ihm zugeschrieben. Funde aus der Stein- und Bronzezeit zeigen, dass schon in prähistorischer Zeit die Rinde und das gekochte Mus verwendet wurden.
Theophrast von Eresos, Dioskurides, Plinius..., alle lobten diesen Strauch wegen seiner heilenden Wirkung.

Arzneidroge...
Seine Blütezeit ist Mai bis Juli. Der starke Geruch der Blüte geht von angenehm bis unangenehm, je nach Geschmacks-empfinden ist er gewürzhaft oder etwas bitter. In der Monographie werden die getrockneten und gesiebten Blütenstände beschrieben, als auch deren Zubereitungen in wirksamer Dosierung.

In der Volksheilkunde finden die Blätter, die Rinde, vor allem die Früchte neben den Blüten Verwendung. Blätter und Rinde, zum Teil auch die Wurzeln riechen eher abstoßend und schmecken etwas bitter. Die Früchte schmecken roh eigentümlich würzig, gekocht haben sie einen lieblichen Charakter.

Tee...
Die mittlere Tagesdosis wird mit 10 - 15,0g Droge angegeben, den Zubereitungen entsprechend. Siehe Rezeptteil...

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Die Blüten enthalten Flavonoide, vor allem Rutin, Hydrophenylcarbonsäuren, Ester, Triterpene und Phytosterine, ätherisches Öl, Gerbstoff, Schleimstoffe, Saponine...
Die Blüten sind schweißtreibend und sind unterstützend zur leichteren Bronchialsekretion. Da sie laut Monographie eine diaphoretische Wirkung haben, ordnet man ihnen eine unterstützende Hilfe bei Erkältungen, fieberhaften Affektionen, Schnupfen, Grippe, Laryngitis, Bronchitis, Keuchhusten, Asthma, Atemnot, beginnender Pneumonie, Masern, Scharlach, Exantheme..., zu.
Den Saft beschreibt man in der Monographie zur Unterstützung bei Trigeminus- und Ischiasneuralgien, Neuritiden, Ohr- und Zahnschmerzen, Alpdrücken und Herzbeschwerden.
Aus den reifen Beeren erhält man einen vitamin- und mineralstoffreichen Saft.

Volksmedizin...
Hier kennen wir ihn innerlich zur "Blutreinigung", bei rheumatischen Erkrankungen, er hat eine stoffwechselanregende und ausscheidungsfördernde Wirkung. Er soll Leber und Milz reinigen, magenstärkend sein, bei Wassersucht helfen.
Er wird als Emolliens und Purgans schon bei Kneipp beschrieben. Seine schweißtreibende und fiebersenkende Unterstützung schätzt man sehr. Als Holunderwein, aus reifen Beeren gemacht, ist er gut bei Appetitlosigkeit, Kreislauf-störungen, Bauchgrimmen, soll für guten Stuhlgang sorgen, auch zu einem guten Schlaf verhelfen.
Äußerlich kennt man ihn bei "Hitze der Augen" und "Zittern der "Hände".

Richtig dosiert soll die Rinde und die Wurzel abführend und stark harntreibend sein.
Größere Mengen lösen Erbrechen und starken Durchfall aus. Es kann zu Magen- und Darmentzündungen und Nieren-problemen kommen !!!
Der Genuß von rohen, reifen Beeren ist ebenfalls nicht zu empfehlen. Nur in gekochtem Zustand haben sie ihre gesundheitsfördernde Wirkung.
Schon 2 Likörgläser Frischsaft oder 2 Eßlöffel reife, rohe Beeren können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Auch zu Schüttelfrost kann es kommen...

Homöopathie...
Hier empfiehlt man den Sambucus D3 bei Wassersucht, übermäßigem Schwitzen, Erkältungskrankheiten und asthmatischen Beschwerden.

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen...
Hier sind bei den Blüten keine bekannt.
Achtung in der Volksheilkunde, wenn Blätter, Beeren roh und Rinde genommen werden...

Darreichungsform und Zubereitungen...
Als Tee, Fertigarzneimittel in Kombination, Saft, Sirup, Likör und Wein. Als Marmelade oder Gelee, Kompott, die Blüten können in Pfannkuchenteig gebacken werden...
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13

Pflanze des Monats August: Die Hagebutte

Synonyme...
Hundsrose, Dornapfel, Hagrose, Hainrose, Heckenrose, Heinzerlein, Hiefenstrauch, Schlafdorn, Buttelrose, Arschkitzler,
Frauenrose, Dornröschen, wilde Heiderose, Wildhips, Judendorn, Hundsdorn, Rosendorn, Wipken...

Allgemeines...
Wir finden sie in Europa, Nordafrika, West- und Nordasien. Es ist ein 2 - 3 m hoher Strauch der steinige Böden, Gebüsche, Hecken, Waldränder und sonnige Heidehänge liebt.
Die Blüten sind blassrot oder fast weiß, nicht gefüllt und ohne Duft. Die Scheinfrüchte (Hagebutten) sind leuchtend rot oder rotorange, fleischig und enthalten innen Steinrüchte (behaarte Nüsschen).

Arzneidroge...
Die Blütezeit ist Juni bis Juli. Vor dem völligen Aufblühen werden die Rosenblüten geerntet und getrocknet (Rosa gallica L., Rosa centifolia L. und Varietäten...) Ihr Duft ist zart und lieblich.

Die Wirksamkeit von Fructus Rosae caninae (Hagebuttenkerne) ist nicht belegt, daher kann eine therapeutische Anwen-dung nicht empfohlen werden. Die Kerne sind fast geruchlos, der Absud hat aber ein teeähnliches Aroma.
Die Fruchtreife beginnt Mitte September.

Pseudofructus Rosae caninae (Hagebuttenschalen) sind in ihrer Wirksamkeit ebenfalls nicht belegt, da der Vitamin C Gehalt der Droge rasch abnimmt. Das Fruchtfleisch schmeckt säuerlich, süß und schwach zusammmenziehend. Die Früchte werden im Herbst nach dem ersten Frost gesammelt.
Hagebuttenzubereitungen als Vitamin C Nahrungsergänzungen im Lebensmittelbereich sind sehr beliebt.
Hagebutten sind ein Geschmackskorrigens für Teemischungen und ohne Bedenken zu verwenden.

Tee...
1 - 2,0 g der Blütendroge im Aufguss auf 200 ml Wasser.
Fruchtschalen und Früchte siehe Rezeptteil...

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Rosenblüten: sie enthalten Gerbstoffe.
In der Monographie sind sie als leicht adstringierend beschrieben.
Sie werden bei leichten Entzündungen im Bereich der Mund- und Rachenschleimhaut empfohlen.
Hagebutten: sie enthalten Vitamin C, Apfel- und Zitronensäure, ein orangefarbiges ätherisches Öl, Spuren von Lecithin, Dextrin, Lignin, Kieselsäure, Eisen..., Wirkprofil siehe oben.

Volksmedizin...
Man kennt Funde in der Schweiz aus der Steinzeit, wo die Hagebutte schon als Mus bekannt war.
Im Altertum nahm man einen Hagebuttenwein gegen "Bauchflüsse" ein, als Stypticum und Stopfmittel war der Wein ebenfalls bekannt. Als Hypocistissaft kannte man den Succus Rosae caninae zur Stärkung des Zahnfleisches, der Zähne, auch bei Haarausfall wurde er empfohlen.

In der Volksheilkunde unserer Zeit kennt man die Blüten, die Schalen und Kerne der Hagebutte zur Unterstützung und Stärkung des Immunsystems und empfiehlt sie für eine Frühjahrskur.
Man sagt, die Hagebutten sind gut bei Fieber, Erkältung und Husten, bei allgemeiner Schwäche, schlecht heilenden Wunden, sie seien leicht abführend, sind gut zur Unterstützung bei Gries- und Steinleiden der Nieren und Blase, Cholelithiasis... Sie bringen als leichtes Diureticum, als Gicht und Rheumaentlastung, zur Verdauungsanregung und nach zu viel Fettgenuss, Erleichterung.
Bei Schlaflosigkeit sollen sie helfen..., auch als Tee ungesüßt getrunken, soll er Diabetikern empfohlen werden.

Homöopathie...
Aus den frischen Blütenblättern wird eine Essenz hergestellt.
Sie wird bei Heufieber und Heuschnupfen empfohlen.

Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen...
Es sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen...
Als Tee, Essenz, Hagebuttenwein, Mus, Sirup...
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Pflanze des Monats Juli: Der Odermennig

Synonyme
Ackerblume, Wundodermennig, Steinwurzel, Brustkraut, Leberklätte, Ackermunt, Adermeng, Ackermännchen, Hagemonde, Fünfblatt, Franzkraut, Lebenskraut, Zöpfchen, Haldemänndle, Hammelschwanz, Königskraut, Beerkraut, Bubenläuse, Laurenzschwanz, Lungenkraut, Magenkraut, Männig, Ottermönch

Allgemeines
Man findet ihn in allen gemäßigten Zonen Europas, Asiens, Afrikas und in Nordamerika.Er steht gerne an Holzzäunen, Wegrändern, trockenen Wiesen und Rainen. Kalkhaltige Böden liebt er.

Arzneidroge
Man erntet die Blätter oder die oberirdische Pflanze kurz vor ihrer Blüte in denb Monaten Juni, Juli - September. Die Droge wird nach dem Trocknen zu Tee zerkleinert, oder zu Pulver vermahlen. Die Heilpflanze ist fast geruchlos, schmeckt etwas grasig, bitter und zusammenziehend. Ihr Geruch ist würzig.

Tee
Zur inneren Anwendung als Tagesdosis 3 - 6,0 g Droge, der Zubereitung entsprechend. Siehe Rezeptteil...

Umschläge
Es werden mehrmals täglich mit einem 10% igem Dekokt Umschläge empfohlen.

Inhaltstoffe und Wirkung
Die Blätter enthalten vorwiegend Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide, wenig ätherisches Öl und Kieselsäure.
Innerlich: gibt es in der Monographie die >Indikation bei leichter, unspezifischer Diarrhoe und die Empfehlung bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.
Der Odermennig wird als Tonikum amarum innerlich beschrieben, zur Unterstützung der Regulation von Leber und Galle, Cholelithiasis, Ikterus und harnsaurer Diathese. Rheumatismus, Gliederschmerzen und Lumbago werden genannt. Ebenso wird zur unterstützenden Hilfe an Nephrolithiasis, subazidem Magen und Magenkatarrh, Appetitlosigkeit, Verstopfung und Milzleiden gedacht.
Äußerlich: findet man in der Monographie die Aussage... leichte oberflächliche Entzündung der Haut. Er wird auch als Gurgelmittel empfohlen.

Volksmedizin
Er ist eine der berühmtesten Heilpflanzen des klassischen Altertums und war der Göttin Pallas Athene geweiht. Dioskurides nennt ihn den \"Eupatorios\", von ihm wird er als Wundermittel, gegen Ruhr und Schlangenbisse gelobt. In späterer Zeit bekam er als Lebenmittel große Bedeutung. Kräuterfolianten der Klöster des Mittelalters loben immer wieder den Odermennig - \"Odermenng is das fürnembst Kraut der alten zu allen verstopfften Leberen...\"

Man kennt den Odermennig als vorzügliches Wundkraut und Gurgelmittel, nennt ihn als \"wichtiges\" leberstärkendes Kraut, sagt ihm eine Wirkung bei Mundausschlag, Milzsucht, Wassersucht, Harnverhalten, Neigung zu Nierengrieß und Steinbildung, Enuresis, Würmer, Diabetes mellitus, lahmen und kontrakten Gliedern, hartnäckigem Rheumatismus und Hexenschuss zu. Äußerlich kennt man ihn bei Erfrierungen, Warzen, Nasenbluten, Kopfgrind, Augengeschwüren..., auch soll er geburtsfördernd sein...

In den letzten Jahrzehnten wurde die Pflanze oft untersucht, die alten gebräuchlichen Anwendungsmöglichkeiten wurden oft bestätigt.

Nebenwirkungen, Kontraindikationen
Es sind keine bekannt...

Darreichungsform und Zubereitungen
Als Tee, Pulver, Fertigarzneimittel in galenischen Kombinationen...
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Pflanze des Monats Juni: Der Mäusedorn

Synonyme...
Stechender Mäusedorn, Stechpalme, Myrtendorn, Stechmyrte...

Allgemeines...
Er gehört zur Familie der Liliengewächse, ist ein dorniger, immergrüner Halbstrauch mit einem dicken, fleischigen Wurzelstock. Der Strauch wird bis zu 80 cm hoch, hat grünweiße, blattstachelständige Blüten und als Früchte trägt er leuchtendrote Beeren.
Beheimatet ist er im Mittelmeergebiet und Westeuropa an sonnigen, trockenen Hängen.

Arzneidroge...
Man erntet den Wurzelstock von Ruscus aculeatus Linne.
Dieser wird dann zu Extrakten und deren galenische Zubereitungen verarbeitet.

Inhaltsstoffe und Wirkung...
In der Arzneidroge sind Steroid - Saponine, Ruscin und Ruscosid enthalten.
Als Tagesdosis sind 7 - 11 mg Gesamtruscogenine empfohlen.

In der Monografie wird der Mäusedorn zur unterstützenden Therapie bei chronischer, venöser Isuffizienz, als auch bei Beschwerden wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen verbunden mit nächtlichen Wadenkrämpfen empfohlen.
Schwellungen, Juckreiz, Brennen, entzündete Hämorrhoiden und Analfissuren kann man in der Therapie mit der Arzneidroge ebenfalls gut unterstützen. Man kennt den Mäusedorn als Venentherapeutikum, Antiphlogisticum und auch als unterstützendes Hämostyptikum.
Im Tierexperiment fand man eine Erhöhung des Venentonus, eine kapillarabdichtende, entzündungshemmende und ent-wässernde Wirkung.

Volksmedizin...
Innerlich kennt man ihn hier bei Schmerzen im Kopf- und Brustbereich.
In der Humoralpathologie sagt man ihm Hilfe bei der Verstopfung der Nieren und Leber, als auch bei Gelbsucht zu.
Er soll Sand im Harn "austreiben". Auch soll er die "Weiberzeit" fördern...

Nebenwirkungen und Kontraindikationen... sind keine bekannt.
Manchmal, aber selten, kann es zu Magenbeschwerden und Übelkeit kommen.

Darreichungsform und Zubereitungen...
Als Extrakt, Kapseln, als Arzneimittel in Kombination...
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Pflanze des Monats Mai: Die Schafgarbe

Synonyme...
Achilles, Bauchwehkraut, Blutstillkraut, Fasankraut, Gänsezungen, Boanfraßkraut, Dusendtacken, Feldgarbe, Grillenkraut, Heil der Welt, Judenkraut, Frauendank, Grillengras, Schafrippe, Schafzunge, Tausendblatt, Grabenkraut, Gotteshand, Katzenkraut, Margaretenkraut, Lämmerzunge, Wundheiler...

Allgemeines...
Sie kommt in Europa bis zum Polarkreis und in Asien vor. Sie liebt Raine, Wiesen und Weiden, steht auf sonnigen Schlägen, Weg- oder Ackerrändern und Schutthalden. Sie ist widerstandsfähig und genügsam gegen Hitze, Dürre und Kälte. Nasse Böden meidet sie. Ihre Familie sind die Korbblütler.

Arzneidroge...
Die Blütezeit ist Juni bis Oktober. Geerntet wird von der Arzneipflanze das blühende Kraut ohne Wurzel von Ende Juni bis Ende August. Das Heilkraut darf nur im Schatten getrocknet werden.

Tee..
4,5 g des Krautes oder 3,0 g Blüten am Tag... (Siehe Rezeptteil...)

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Sie ist ein Amarum, eine Bitterstoffdroge.
Die Schafgarbe enthält ätherisches Öl und Proazulene, Bitterstoffe (der Bitterwert der Droge muss laut DAB bei 3000 liegen)... Bei guten Arzneidrogen beträgt der Azulengehalt bis zu 25 % des ätherischen Öls. In der Monographie wird ihr eine choleretische, spasmolytische, antibakterielle und adstringierende, antiphlogistische, sekretionsanregende und appetitanregende Wirkung zugeschrieben.
Innerlich... daher bei Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden im Magen- Darm Bereich und...
Äußerlich... für Sitzbäder bei Pelvipathia vegetativa (schmerzhafte Krampfzustände psycho- vegetativen Ursprungs im kleinen Becken der Frau) empfohlen.

Volksmedizin...
Hier finden sich Aussagen zur innerlichen Gabe bei Blutungen, Blutharnen, Regelstörungen, Hämorrhoiden, Husten, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Harnverhalten, Harngrieß, Samenfluss, Ausfluss der Frau, Leibschmerzen, Kopfschmerzen und Zahnweh, Spulwürmer. Sie soll vorbeugend vor Entzündungen von Wunden, auch Schlagfluss helfen. Man kennt die Schafgarbe als "blutreinigendes Kraut". Helfen soll sie bei Nasenbluten, soll die Geschwulst zerteilen, schützen vor Entzündungen und Lähme der Glieder.
Sie ist eine große Arzneipflanze in der Hildegardmedizin und zählt zu den großen "Frauenkräutern"...

Homöopathie...
Aus den frischen, vor der Blüte gesammelten Pflanzen wird eine Essenz hergestellt.

Tiermedizin...
Bei Rindern, Pferden und Schafen wird sie bei Blähungen und Krämpfen als Teeaufguss eingegeben. Jungen, darmkranken Ferkeln hilft der warme Schafgarbentee in kurzer Zeit. Ein Segen für das Vieh, je mehr Schafgarbe auf der Weide steht.

Nebenwirkungen...
Es sind keine bekannt... Sehr selten kann es zu einer Kontaktallergie kommen.

Gegenanzeige...
Es kann zu einer Überempfindlichkeit gegen Korbblütler kommen.

Darreichungsform und Zubereitungen
Als Tee, Tinktur, Frischpflanzenpresssaft und andere galenische Zubereitungen.
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Pflanze des Monats April: Löwenzahn

Synonyme
Pusteblume, Maienzahn, Mildistock, Bettseicherkraut, Röhrlkraut, wilde Zichorie, Eierbusch, Eierkraut, Sonnenwirbelkraut, Pfaffenblume, Pferdekraut, Saubleaml, Laternenkraut, Augenmilchkraut, Milchstöckel, Märzenblume, Pampelkraut, Milchrödelwurz, Kettenblume, Hundszahnkraut, Maienzahn, Marienschöpfel.

Allgemeines
Er ist ein Kosmopolit, gehört zu den Compositae (Korbblütlern). Die Blüten schließen sich nachts oder bei Regenwetter. Er liebt fette Wiesen und Weiden, Ackerränder, Schuttplätze, ist bis in Gebirgsregionen zu finden.

Arzneidroge
Seine Blütezeit ist April, Mai bis in den Herbst. Offizinell ist das blühene Kraut, die Wurzel mit dem Kraut, oder die Wurzel allein. Die Wurzel schmeckt kurz vor der Blütezeit süßlich — bitter, getrocknet schleimig — süßlich, später herrscht der bittere Geschmack vor.

Tee
3—4,0 g (1 El) Droge auf 1 Tasse Wasser (siehe Rezeptteil)

Inhaltstoffe und Wirkung
Bitterstoffe wie das Taraxacin, Triterpenoide, Phytosterole, Flavonoide, Inulin, Spuren atherischen Öls, Mineralsalze wie Kalium, Calcium, Kieselsäure, Schwefel..., in den frischen Blättern reichlich Vitamin C.
In der Monographie steht die Arzneipflanze für Störungen des Gallenflusses, zur Anregung der Diurese, bei Appetltlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden. Sie ist eine Bitterstoffarzneidroge und Diuretlkum. Daher kennt man sie zur Unterstützung als Choleretikum, Cholagogum, bei Pfortaderstau und Ikterus, Milzträgheit, Hämorrhoiden, zur verbesserten Hamsäureausscheidung, Blasen- und Nierensteinen, Bettnässen, Diabetes, chronischern Rheumatismus, Arthrose, chronischer Obstipation, Hautproblemen, Blutarmut und vor allem als „Frühjahrs- und Blutreinigungskur“.
Wegen seiner diuretlschen Wirkung solle man am Abend auf die Einnahme verzichten.

Volksmedizin
Ein „Unkraut"‘ als „Heilkraut“... Es wird zur Verbesserung der Stoffwechsellage und zur Blutreliigung empfohlen. Man nimmt es zur Vorbeugung und Hilfe innerlich und äußerlich... Gicht, Rheuma, Geschwüre, Ekzeme, Flechten, Alterserscheinungen, Darmträgheit, Störung der Leber- und Gallentätigkeit, Zuckerkrankheit, Wassersucht, Fiebermittel, zur Förderung der Menstruation... Der Wurzel wird eine auflösende, erfrischende, reinigende, eröffnende und schweißtreibende, vor allem stärkende Kraft zugeschrieben.

Homöopathie
Aus der frischen, ganzen Pflanze wird eine Urtinktur hergestellt. Man kennt sie bei Rheuma, Leberleiden und Diabetes zur Unterstützung.

Nebenwirkungen
Es kann zu superaziden Magenbeschwerden kommen, Kontaktallergie durch den Milchsaft sind möglich.

Kontraindikationen
Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenempyem, Ileus. Bei Gallensteinen und Grieß Rücksprache mit dem Arzt und Therapeuten halten.

Wechselwirkungen... sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen als Tee, Frischpflanzenpresssaft, Tinktur und galenischen Zubereitungen.

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18

Pflanze des Monats März: Der Kalmus

Synonyme...
Ackermann, Ackermannswurzel, Ackerwurz, Bajonettstangen, Brustwurz, Gewürzkalmus, Kalmuswürze, Karmsen, Karmeswurzel, Magenwurz, Deutscher Ingwer, Deutscher Zitwer

Allgemeines...
Der Kalmus ist eine Pflanze die aus Asien zu uns kam, er ist eine sehr alte Heilpflanze. Die Arzneidroge wurde schon in China um 3700 v.Chr. erwähnt, ebenso im Sanskrit der Inder. Unter Matthiolus wird sie erstmals 1570 gezeichnet und beschrieben.
Bei uns ist er in stehenden Gewässern und Tümpeln heimisch. Seine Früchte sind rote Beeren, die aber in unserer mitteleuropäischen Gegend sehr selten reifen. Er ist eine wichtige Droge in der Phytotherapie und schon sehr lange in der Volksmedizin beheimatet.

Arzneidroge...
Gesammelt wird das Rhizom (Wurzelstock) im Frühling bevor die Blätter sprießen, oder im Spätherbst.
Der Geruch der Pflanze ist sehr gewürzhaft, der Geschmack ist bitter, würzig als frisch geerntete Ware.Getrocknet als Arzneidroge ist er wesentlich milder.

Tee...
1 Tl der Droge auf 1 Tasse Wasser im Kaltansatz... (Siehe Rezeptteil...)

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Er enthält als Wirkstoffe den Bitterstoff Acorin, ätherisches Öl, das harzartige Akoretin, ein Kalamin- Cholin, Schleimstoffe und geringe Mengen Gerbstoff die sich beim Trocknungsprozess bilden.

Er ist sekretanregend, tonisierend und reizlindernd, appetitanregend, spasmolytisch, adstringierend und durchblutungsfördernd.
Von der Kommission E wurde er nicht bearbeitet.
Bei uns ist der asaronfreie, kultivierte nordamerikanische Kalmus als Droge erhältlich und nicht der indische.
Dieser enthält über 80% Asaron und war im Tierexperiment kanzerogen.

Volksmedizin...
Er ist ein ausgezeichnetes Magenmittel, sehr oft zu finden in Tees zur Unterstützung bei Magen- und Darmkatarrhen, langandauernder Schwäche des Magens, er hilft Appetitlosigkeit zu überwinden, bei Dyspepsien und erschlaffter Magenmuskulatur. Zur Pflege des Reizmagens, als auch ein adjuvantes Mittel bei Anorexia nervosa. Er entlastet von Flatulenzen, die Gallensekretion und deren Abfluss wird unterstützt.
Man kennt ihn zur Kräftigung des Haarbodens als Absud, für Sitzbäder zur Förderung der Menstruation und zur Mund- und Zahnpflege.

Homöopathie...
Die Tinktur in Verdünnung wird für alle Störungen des Magen- und Darmtraktes zur Unterstützung empfohlen.

Tiermedizin...
Die pulverisierte Arzneidroge wird fressunlustigen Tieren in das Futter gestreut, es gilt als magenstärkendes Mittel. Jungen Tieren gibt man es zur Kräftigung.
Mit der Kalmusessenz pflegt man Wunden und Geschwüre.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen...
Hier sind keine in der Fachliteratur zu finden... In der Volksheilkunde findet sich ein Hinweis, ihn nicht bei Diarrhoe zu verwenden.

Darreichungsform und Zubereitungen
Als Tee, Tropfen, Tinktur und als Kalmusöl.

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Pflanze des Monats Februar: Die Wollblume

Wollblume

Synonyme…
Brennkraut, Fackelblume, Fackelkraut, Frauenkunkel, Zöllich, Wollkraut, Himmelbrand, Neunmannskraft, Johanniskerze, Königinkerze, Königskerze, Schafschwanz, Unholdenkerze, Wetterkerze, Unholdenkraut, Frauenkerze, Goldblume, Marienkerze

Allgemeines…
Sie kommt in Europa und Asien vor, liebt sandigen, lehmhaltigen Boden. Man findet sie an Wegrändern, Hängen und sonnigen Waldlichtungen. Es ist eine zweijährige, kerzengerade, prächtig anzusehende Staude mit ährenartig angeordneten gelben Blüten und weiß- oder rötlichwolligen Staubgefäßen. Ihre Blütezeit ist von Beginn Juli bis Ende September.

Arzneidroge…
Gesammelt werden die Blüten. Diese dürfen nur bei trockenem, sonnigem Wetter geerntet werden und müssen sofort aus den Kelchen gezupft werden. Der Geruch und Geschmack der frischen Pflanzen und Blüten ist nicht angenehm, aber getrocknet riechen die Blüten honigartig. Die Pflanze schmeckt süßlich und schleimig.

Tee…
Die Tagesdosis ist 3 – 4 g Droge, der Zubereitung entsprechend.

Inhaltstoffe und Wirkung…
Neben Eibisch und der gemeinen Malve zählt sie mit ihren Schleimpolysacchariden zu den schleimreichs-ten Heilpflanzen. Die Blüten enthalten Saponine, bis zu 10% Zucker und ätherisches Öl.

Ihr Wirkprofil ist reizlindernd und expectorierend. Man nimmt sie laut Monographie für Katarrhe der Luftwege. Als Expectorans wird sie bei allen Erkrankungen der Atemwege empfohlen wie…
Innerlich bei Husten, Pertussis, Bronchitis, Laryngitis, Pharyngitis, Heiserkeit, Atemnot und Asthma, Hämoptoe, Schnupfen mit Tränenfluß.
Äußerlich bei Ohrenschmerzen und beginnender Otitis media als Auflage, ebenso Schwerhörigkeit und Tinnitus, verhärtetem Ohrschmalzpfropfen und die Tinktur bei Neuralgien im Gesicht.

Volksmedizin…
In der Volksheilkunde werden auch die Blätter und Wurzeln genommen. Die Wurzeln werden zeitig im Frühjahr geerntet, bevor das Kraut zu blühen beginnt. Die Blätter werden unmittelbar nach der Blüte geerntet, auch diese nur bei sonnigem Wetter.

Die Kraft der Pflanze diente zur Unterstützung bei allen Gebrechen der Brust, Husten, Blutspeien, Brust-schmerz, Bauchflüsse und Krämpfen, Grimmen, Nachwehen, Fiebermittel verbunden mit trockenem, bellendem Reizhusten. Es soll auch als wohltuendes Klistier bei Hämorrhoiden Verwendung finden…
Als Empfehlungen für hitzige Augen, Zahnschmerz, hitzige Geschwüre des Afters und der heimlichen Glieder, als reinigendes, schmerzlinderndes, auflösendes Bad kannte man es bei eitrigen Wunden, nässenden Flechten, entzündlichen und schmerzhaften Hauterkrankungen, Abszessen, und Unreinheiten der Haut. Als Einreibung bei gichtigen und rheumatischen Schmerzen sollte es rasch Linderung schaffen.

Homöopathie…
Hier wird aus dem frischen, zur Blütezeit gesammelten Kraut eine Tinktur hergestellt.
Sie kann innerlich und äußerlich genommen werden. Erfolgreich soll sie bei Heiserkeit, Halsentzündung und Luftröhrenkatarrh sein, ebenso bei neuralgischen Gesichtsschmerzen in der äußerlichen Anwendung.

Tiermedizin…
Blüten und Blätter werden als Tee den hustenden Tieren eingeflößt, um eine hustenreizlindernde und schleimlösende Unterstützung zu geben.

Nebenwirkungen, Kontraindikationen sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen als Tee, Tinktur, Pulver, Fertigarzneimittel in Kombination, als Auflagen, für Umschläge und Bäder.

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20

Pflanze des Monats Januar: Der Eibisch

Synonyme...
Alte Eh, Heilwurz, Eibische, Altee, Hilfwurz, Ibsche, Samtpappel, Ibisch, Alter Thee, Driantenwurzel, Flusskraut, Heimischwurzel, Schleimwurzel, Weiße Malve, Weißwurzel, Weiße Pappel...

Allgemeines...
Der Eibisch ist in Südeuropa heimisch, man sieht ihn dort in Bauerngärten stehen, er kommt aber auch in Asien und Nordamerika vor. Als Heilpflanze wird er in Kulturen angebaut, in unseren Gärten steht ein Verwandter, der Roseneibisch. Wegen seiner herrlichen Blüten und seiner Größe, er wird bis zu 1,5 m hoch, ist er als Zierpflanze sehr beliebt.
Er liebt tiefgründigen und feuchten, salzhaltigen Boden, steht daher oft auf Viehweiden und Wiesen.

Arzneidroge...
Seine Blütezeit ist Juni bis Ende August, die Wurzeln, Blätter und Blüten sind zu verwenden. Die Wurzeln werden im Frühjahr oder nach der Blüte im Herbst geerntet, die Blätter grundsätzlich nach der Blütezeit, da dann der Gehalt an Pflanzenschleim zunimmt.
Der Geruch der Wurzel ist eigentümlich, aber schwach. Der Geschmack ist schleimig.

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Blätter und Wurzeln enthalten Schleimstoffe, Stärke, Zucker, Pektin, Gerbstoffe und Mineralsalze.
Die Blätter wie auch die Wurzeln sind laut ihrer Monographie reizlindernd.
Sie hemmen die mukoziliäre Aktivität und steigern die Phagozytose.

Volksmedizin...
Der berühmte Naturarzt Hufeland schätzte den Eibisch besonders bei Lungenleiden. Richtig zubereitet, soll er sehr günstig bei Husten, Keuchhusten, Bronchitis und Bonchialasthma sein.
Auch für Erkrankungen des Verdauungsapparates und der Harnorgane verwendet ihn die Volksmedizin. So bei Blasenkatarrh, schmerhaftem Urinieren, Weißfluss der Frauen, als Frauentee bei leichten Entzündungen regelmäßig getrunken, soll er Hilfe bringen.
Er soll gut tun bei Durchfall, Brechdurchfall und Colitis ulcerosa. Hier wird empfohlen, den Tee ungesüßt und schluckweise zu trinken. Lauwarm kann er als Klistier für Kleinkinder und Erwachsene bei Darmträgheit angewendet werden.

Äußerlich kennt man ihn für viele Anwendungen. Man legt ihn bei Entzündungen der Haut auf, wechselt alle zwei Stunden die Auflage. Ebenso soll er bei Brandwunden zur Schmerzlinderung helfen. Man nimmt dafür die Wurzeln, um einen Breiumschlag herzustellen. Bei Insektenstichen kann man sich mit einem frisch zerquetschten Blätterbrei helfen.
In der Volksheilkunde kennt man noch Eibischwurzelwein, oder die Wurzeln sollen warm gegessen werden...

Homöopathie...
Als Dil. D1 können bei allen genannten Problemen 3 x tgl. 10 Tropfen genommen werden.

Nebenwirkungen, Kontraindikationen sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen als Tee, Sirup, Bonbons...

Tiermedizin...
Warme Auflagen sollen Euterverhärtungen rasch zum Abklingen bringen. Bei Husten und Lungenerkrankungen, Darmerkrankungen, Durchfall und Koliken soll man ihn warm als Tee zum trinken geben.
Als Umschläge kennt man ebenfalls die erweichende Wirkung bei Haustieren und Stallvieh.

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21

Der Sanddorn

Synonyme
Seedorn, Stranddorn, Amritscherl, Audorn, Dünendorn, Fasanbeere, Haffdorn, Korallenbeere, Sandbeere, rote Schlehen, Weisseldorn.

Allgemeines
Eigentich ein nicht sehr großer Strauch, er kann sich aber bis zu 5 Meter hoch auswachsen. Er hat dornige, abstehende Äste. Die weidenähnlichen Blätter sind an der Unterseite weißlich glänzend. Die Blüten sind unscheinbar, die Früchte sind leuchtend orangerote Beeren.
Heimisch ist er in Europa und in einigen nördlichen Teilen Asiens.
Er gedeiht in Dünenbänken am Meer, an Ufern und Böschungen der Flüsse und Bäche der Alpen. Er ist ein sehr genügsamer Strauch, er befestigt gut losen Boden, daher steht er gerne an Autobahnböschungen.

Sanddornbeeren
Fruchtreife ist September und Oktober. Die Beeren haben einen säuerlich- mild-aromatischen Geschmack und einen herbfrischen Geruch. Das fette Öl wird aus den Samen und aus dem Fruchtfleisch gewonnen.

Inhaltsstoffe und Wirkung
Fruchtsäuren, reich an Vitamin C, B - Vitamine, Flavonoide und Carotinoide, Lycopin und Zuckeralkohole.
In den Samen sind 12 % sehr fettes Öl enthalten...

Von der Pharmakologie weiß man, dass die Droge sehr Vitamin C reich ist.
Das Sanddornöl zeigt eine leber-, ulcus- und tumorprotektive, antioxidative und wundheilungsfördernde Wirkung.
Die Wirkung der Beeren ist bislang noch nicht ausreichend klinisch geprüft.

Verzehrempfehlung
Man sollte 5,0 - 10,0 g eines der Sanddornprodukte täglich genießen.
In Apotheken, Drogerien, Reformhäusern und Naturkostläden findet man einige Sanddornprodukte. In der Winterzeit kann man seinen Vitamin C Bedarf mit 3 Esslöffel voll sehr gut unterstützen.

Volksmedizin
Hier kennen wir den Sanddorn zur Infektprophylaxe, zur Rekonvaleszenz, eine Vitaminbombe als Frühjahrskur, für Kinder ins Müsli oder Quark, Sportler lieben den "Fitmacher". Er soll kräftigen, stärken und regenerieren.
Das Sanddornöl kann als wertvolles Therapeutikum für die Haut empfohlen werden.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen ... sind keine bekannt


Säfte, Sirupe, Marmelade, Bonbons, Fruchtschnitten, Naturkosmetika, Hautöl

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22

Die Schlehe

Synonyme...
Bockbeerli, Haferpflaume, Hagedorn, Kietschkepflaume, Sauerpflaume, Schwarzdorn, Schlehdorn, Effken,
Dornschleha, Hageldorn, Sauerdorn, Schlaia, Schlechbeeri, Schliehen, Schlingenstrauch, Schlinken

Allgemeines...
Man findet den Strauch meist an Waldrändern, Heiden und Weiden, er liebt Kalkböden.
Oft wird er wegen seiner Dornen zu Naturhecken gepflanzt, die weitausholenden und vielen Wurzeln eignen
sich gut für Hangbefestigungen.

Arzneidroge...
Fruchtreife ist Oktober, aber erst wenn sie gut durchgefroren ist, verliert sie ihren herben Geschmack.
Geruch und Geschmack der Früchte sind eigen und bittermandelartig.
Sammeln: Blüten - April und Mai, Früchte - Oktober und November.

Inhaltsstoffe und Wirkung...
Gerbstoffe, Apfelsäure, weitere organische Säuren..., die Schlehe hat eine adstringierende Wirkung.

Die Blüten und die Früchte sind offizinell.
In erster Linie nimmt man die frische oder getrocknete, reife Frucht und deren Zubereitungen in wirksamer
Dosierung.
Sie werden als Diureticum und zur Blutreinigung verwendet.
Bei Wassersucht, Harnverhaltung, Prostatahypertrophie, Magen- und Blähungsbeschwerden, bei Übelkeit und zur Stoffwechselanregung, als Herztonikum, bei Brustbeklemmung, Neurosen, bei Beschwerden des Respirationstraktes,
und bei leichten Stauungen sollen sie helfen.
Die Frucht hat eine leicht stopfende Wirkung.
Den Schlehensirup kennt man als stoffwechselanregendes Mittel mit einer antirheumatischen Unterstützung.
In der Winterzeit ist er ein natürliches, vorbeugendes Grippemittel, er soll auch zur Stärkung in der Rekonvaleszenz helfen.

Volksmedizin...
Die Blüten werden für leichte Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut genommen werden.
Kneipp war ein großer Anhänger der Schlehenblüten, da sie für ihn ein unschädliches Abführmittel und magenstärkend waren.
Als Tee sollen sie harntreibend wirken, sie werden bei Wassersucht und Steinbildung emnpfohlen, auch sollen sie den Schleim bei Katarrhen lösen.

Die Früchte werden zu Saft oder köstlich schmeckendes Mus verarbeitet.
Sie werden bei unregelmäßigem Stuhlgang und Obstipation empfohlen, besonders bei Kindern.
Auch bei Hautausschlägen, Hautunreinheiten, schwärenden Augen, Augenfluss und Nasenbluten soll der Saft helfen.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen... sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen... als Tee, Saft, Sirup und Mus, homöopathisches Mittel.

Homöopathie...
Als homöopathische Essenz "Prunus spinosa dil. D2"
Anwendung bei Hämorrhoiden, Störungen im Magen- Darm- Trakt, Darmkoliken, Blasenkrämpfe, Gicht, Rheuma, Erkrankungen der Luftwege in Verbindung mit Atembeschwerden...

Lust auf mehr ??? Schau nach bei den Themen zu Phytotherapie...
23

Der Spitzwegerich

Synonyme...
Gorthel, Heufressa, Ripplichkraut, Rossrippe, Spießkraut, Spitzfederich, Spitz — Wegeblatt, Wegetritt, Hundsrippen, Lämmerzunge, Lungenblattl, Siebenrippen, Schafzunge, Rippenkraut, Schlangenzunge...

Allgemeines...
Wir kennen verschiedene Wegericharten, vor allem den Spitz- und den Breitwegerich.
Er ist eine Wiesenpflanze, aber man findet ihn an Rainen, Wegrändern, in Gräben und auf feuchtem
Ödland, er ist ein Kosmopolit, liebt trockene und grasige Standorte.

Arzneidroge...
Man erntet die Blätter von Anfang Mai bis Ende August, so lange die Pflanze blüht.
Blätter und Wurzeln sind fast geruchlos, riechen schwach grasig und haben einen schwach salzigen, zusammenziehenden Geschmack.
Es sollen nur die grünen getrockneten Blätter verwendet werden, keine verfärbten.
Die Blätter sind offizinell, die Wurzeln nicht, er ist eine uralte Heilpflanze.

Inhaltstoffe und Wirkung...
2 — 6 % Schleimstoffe, 2 — 3 % Iridoidglykoside wie Aucubin und Catalpol, Gerbstoffe, Flavonoide...
Anwendungsart: die zerkleinerte Droge, andere galenische Zubereitungen zur inneren und äußeren
Anwendung.

Indikationen nach Kommission E...
Innere Anwendung: Katarrhe der Luftwege, entzündliche Veränderungen der Rachenschleimhaut
Äußere Anwendung entzündliche Veränderungen der Haut

Die Wirkung des Spitzwegerich ist...
Reizmildernd wegen seines Schleimgehaltes, adstringierend wegen seiner Gerbstoffe, antibakteriell wegen der Iridoide, ferner antiphlogistisch.
Er fördert die Wundheilung.

Volksmedizin...
Hier kennt man den Spitzwegerich als frische Blätter, für die Erstversorgung auf Wunden gelegt, diese werden immer wieder gewechselt..., auch Bienenstiche soll er beruhigen...

Umschläge mit frischem Spitzwegerichsaft sollen immer wiederkehrende Kopfschmerzen lindern...
Als altbewährtes Hausmittel kennt man den „Spitzwegerichsirup“ oder „Erdkammersirup“.
Er wird bei Verschleimungen und Husten gegeben, er ist ein Mittelchen für eine „Blutreinigungskur“
Als Hausmittel soll er auch der „verstopften“ Leber, der Niere und der Blase, der Gicht und bei „Grimmen“ durch Versehrung der Därme, gut tun...

Nebenwirkungen, Kontraindikationen sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen
Als Tee, in Teemischungen, als Frischpflanzenpresssaft, als Spitzwegerichsirup, als Zusatz in Hustensäften und anderen Fluidextrakten...

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Das Feldstiefmütterchen

Synonyme…
Ackerstiefmütterchen, Ackerveilchen, Brachveilchen, Feldstiefmütterchen, Dreifaltigkeitsblume, Jesusblümchen, wohlriechendes Veilchen…

Allgemeines…
Wir kennen zwei Arten, welche in allen gemäßigten Zonen vorkommen, Viola tricolor vulgaris und arvensis, sie sind in Europa und Asien beheimatet.
Wir finden die kleinere Viola tric. arv., sie blüht meist dreifarbig, oft aber gelblich - weiß auf Äcker, die etwas größere Viola tric. vulg. blüht in einem schönen violett auf Wiesen und Triften.

Arzneidroge…
Man erntet das blühende Kraut in den Monaten Mai – August.
Es hat einen etwas eigenartigen Duft, schmeckt süß und schleimig.

Inhaltstoffe und Wirkung…
Salicylsäure und Derivate, Schleimstoffe und Flavonoide, ca. 5 % Gerbstoffe, Carotinoide und Cumarine…

Weil das Stiefmütterchen eine antiphlogistische, antioxidative und cortisonähnliche Wirkung hat, wird es äußerlich und innerlich bei verschiedenen Hauterkrankungen empfohlen, gleichzeitig ist es wegen seiner Schleimstoffe reizlindernd.

Milchschorf, trockene Ekzeme, Windeldermatitis und bei seborrhoischen Hautproblemen hat das Stief-mütterchen wohltuende Eigenschaften.
Hier nimmt man es für Bäder, Umschläge und Salben, aber auch innerlich als Tee.

Eine langdauernde Einnahme und äußere Anwendung ist bei Akne, Impetigo und chronischem Ekzem zu empfehlen.
Ganzkörperwaschungen sind bei Pruritus und nässenden Ekzemen lindernd.
Bitte denkt aber auch an die Grunderkrankungen !!!

Bei respiratorischen Erkrankungen, wie Katarrhen, Halsentzündungen (gurgeln), fiebrigen Erkältungen und Keuchhusten, hat es auch eine expectorierende und beruhigende Wirkung.

Volksmedizin…
Hier kennen wir es zur „Blutreinigung“, bei rheumatischen Erkrankungen und Gicht, denn es hat eine stoffwechselanregende und ausscheidungsfördernde Wirkung.

Nebenwirkungen, Kontraindikationen sind keine bekannt.

Darreichungsform und Zubereitungen als Tee, Tinktur, Extrakt, Pulver, Fertigarzneimittel in Kombination, als Auflagen, für Umschläge und Bäder.
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